Städtisches Bestattungswesen Meißen

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Alternative Bestattungs- und Beisetzungsarten

Lange Zeit war die Beerdigung die vorherrschende und traditionelle Bestattungsart in Deutschland, denn diese war auch die einzig angemessene Bestattungsart nach christlichem Glauben. Inzwischen werden die meisten Verstorbenen feuerbestattet, d. h. ihre Asche wird in einem Grab beigesetzt. Auch ist es möglich, die Asche danach im Meer (Seebestattung) oder im Wurzelwerk eines Baumes (Baumbestattung) beizusetzen. Doch neben diesen meistgenutzten Bestattungsarten gibt es noch einige andere unkonventionelle Praktiken. Nach deutschem Bestattungsrecht sind diese allerdings nicht zulässig. Nach § 39 des Bestattungsgesetzes muss die gesamte Asche von Verstorbenen in festen und verschlossenen Urnen beigesetzt werden. Die folgenden Beisetzungsarten schließen dies jedoch aus. Aber es gibt die Möglichkeit, den Leichnam in andere Länder zu überführen und ihn entsprechend bestatten

Seit 1997 ist es möglich, einen kleinen Teil der Asche eines Verstorbenen mittels einer Rakete in den USA in den Weltraum schießen zu lassen. Genau genommen handelt es sich dabei nicht um eine Bestattung im eigentlichen Sinn, da die Feuerbestattung der Reise ins All vorausgeht. Vielmehr ist diese Praktik eine Art Gedenken.

Bei diesem werden bis zu 7 Gramm der Asche in eine Mikrokapsel gefüllt und gesammelt mit anderen Kapseln an Bord einer Trägerrakete in den Weltraum geschossen. Dabei gibt es verschiedene „Ausflugsziele“: die Erdumlaufbahn, das All oder den Mond. Bei der Reise ins All oder auf den Mond verbleibt die Aschekapsel im Weltraum. Wird sie in die Erdumlaufbahn geschossen, verbleibt sie dort für einige Jahre und verglüht dann wie eine Sternschnuppe in der Erdatmosphäre.

Die Prozedur ist mit anderen Beisetzungen verglichen sehr teuer, da der Transport der Asche nach Amerika sowie der Start mit der Rakete hohe Kosten verursacht. Die Preise reichen je nach „Ausflugsziel“ von 2.500 Dollar für eine Reise in die Erdumlaufbahn bis hin zu über 12.500 Dollar für die Reise auf den Mond oder ins All.

Seit dem Start der ersten Rakete am 21. April 1997 wurde unter anderem die Asche einiger Prominenter ins All befördert; darunter die Asche des Schauspielers James Doohan (Scotty in Star Trek) sowie Gene Roddenberry, der Schöpfer des Star-Trek-Universums.

Diamantbestattung

Genauso wie die Weltraumbestattung ist die Diamantbestattung trotz ihres Namens eine Beisetzungsart, bei der ein Teil der Asche des Verstorbenen dazu benutzt wird, einen Diamanten herzustellen. Die restliche Asche wird üblicherweise im Urnengrab beigesetzt. Zur Herstellung des Diamanten kann aber auch die gesamte Asche verwendet werden – somit ist dann keine zusätzliche Beisetzung mehr nötig.

Alles lebende Gewebe ist aus Kohlenstoff aufgebaut – Kohlenstoff ist im wahrsten Sinne des Wortes das Element des Lebens. Dieses wird benötigt, um den Diamanten herzustellen. Zuerst werden nicht benötigte Bestandteile aus der Asche entfernt und der kohlenstoffreiche Rückstand durch Filtration isoliert. Anschließend wird durch den Abbau von Kohlenstoffoxiden und Verdampfung metallischer Verunreinigungen eine ausgeprägte Graphitstruktur erzeugt. Dafür wird der Kohlenstoff auf bis zu 2.700 °C erhitzt. Der entstandene Graphit bildet die Basis für das Diamantenwachstum und wird zusammen mit anderen Komponenten unter hohem Druck (bis zu 60.000 bar) und hohen Temperaturen (über 1.500 °C) zum Diamanten gepresst.

Kryonik

Bei der Kryonik handelt es sich um ein Verfahren, bei dem der Stoffwechsel eines Menschen komplett angehalten wird, um den Menschen zu einem späteren Zeitpunkt wiederzubeleben. Der Mensch wird im eigentlichen Sinn also „zwischenbestattet“ bzw. konserviert – für den Fall, dass die Medizin in Zukunft so sehr voranschreitet, dass der Körper geheilt bzw. ersetzt werden kann.

Um den Stoffwechsel – bzw. den Zerfallsprozess des Körpers – zu verhindern, wird der Leichnam bei extrem niedrigen Temperaturen (üblicherweise -196 °C) mittels flüssigen Stickstoffs gekühlt. Dabei ersetzt man die Körperflüssigkeiten durch eine sogenannte Vitrifikationslösung. Diese verhindert, dass sich Eiskristalle bilden, die dem Gewebe schaden. Da die Kühlung durch Stickstoff erfolgt, ist die Methode auch nicht auf Strom angewiesen.

Einer der Nachweise, dass die Kryonik tatsächlich funktioniert, ist der Fall einer schwedischen Ärztin: Nach einem Skiunfall war sie 90 Minuten gefangen, sodass ihre Körpertemperatur auf 13,7 °C gesunken war. In der Klinik wurde umgehend ihr sauerstoffarmes und kaltes Blut über einen Wärmetauscher geführt und mit Sauerstoff angereichert. Sie überlebte den Unfall, obwohl ihre Herzfunktion für drei Stunden aussetzte. Bleibende Schäden erlitt sie dadurch keine.

Zum heutigen Zeitpunkt wird Kryonik von den amerikanischen gemeinnützigen Gesellschaften Alcor Life Extension Foundation und Cryonics Institute angeboten. Die erste Kryokonservierung eines Menschen erfolgte am 12. Januar 1967 – der Körper wird seitdem bei Alcor aufbewahrt. Auch in Russland gibt es einen Anbieter. In Deutschland gibt es zum Thema mehrere Ansprechpartner, unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Angewandte Biostase e.V. (DGAB).